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Mina grün

auf meinem Veg nach Utopia

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Reise

Finland, once again.

Finnland, mal wieder… Oder: Als WWOOFerin auf einem finnischen Ökodorf.
Mal wieder? WWOOF?
Finland, once again… Or: As WWOOFer on a finnish ecovillage.
Once again? WWOOF?

Die Vorgeschichte: Angefangen hat alles im Sommer 2010, als ich das erste Mal in Finnland war und dort an einem internationalen Workcamp teilgenommen habe (hier sogar ein kleiner Bericht dazu). Seitdem habe ich dieses Land irgendwie in mein Herz geschlossen. ❤ Ich war dann ab Oktober 2010 für knapp 10 Monate als Au-Pair bei einer Familie in Oulu (Nordfinnland) und bin in den folgenden Jahren immer mal für mehrere Wochen zurückgekehrt. Im Sommer 2013 war ich dann erneut als Teilnehmerin in einem Workcamp (Niva!).
Previous history: It all started in the summer of 2010 when I was the first time taking part in an international Workcamp in Finland. Since then I have taken this land somehow to my heart. ❤ From October 2010 I stayed for about ten months as au pair with a family in Oulu (northern Finland). And in the following years I came back a few times, but always just for a couple of weeks. In summer 2013 I was again participating in a workcamp (Niva!).

Nun nach zweijähriger Abwesenheit bin ich ENDLICH diesen Herbst mal wieder in den hohen Norden gereist. Mein Hauptinteresse dieses Mal bestand darin für zweieinhalb Wochen auf einem kleinen Ökodorf (namens Gaija) zu leben. Mein erstes Mal „wwoofen“, das heißt kurz gesagt, für Kost und Logis auf einem Ökohof mitzuhelfen. Aber auch nach Oulu verschlug es mich im Anschluss für eine Woche und ein paar Tage in Niva konnte ich spontan auch noch unterbringen.
Now after two years of absence, this fall I FINALLY travelled again to the far North. My main purpose this time, was to live for two and a half weeks on a small ecovillage (named Gaija). My first time „wwoofing“, that means in short to work on an organic farm and get free food and accomodation. Afterwards I visited Oulu for a week and I even found the time to drop by in Niva for a few days.

Ich hatte mich entschieden dieses Mal nicht zu fliegen, sondern den Landweg (und Seeweg) über Polen und die baltischen Staaten zu nehmen. Berlin – Warschau – Vilnius – Riga – Tallinn – Helsinki. Eine lange Reise, viel Zeit, um meine Gedanken fließen zu lassen und mich auf das Abenteuer mental vorzubereiten. 😉
I chose this time not to fly but to travel by land (and sea) via Poland and the Baltic States. Berlin – Warsaw – Vilnius – Riga – Tallinn – Helsinki. A long journey, and a lot of time to let my thoughts flow and to prepare mentally for the adventure. 😉

GAIJA

Eine Nacht im Bus, eine Nacht im Hostel in Tallinn, am nächsten Morgen die Fähre nach Helsinki. Ich war zurück in Finnland! Alles irgendwie vertraut. So schön, die Sprache wieder zu hören. Aber im Großstadttrubel von Helsinki hielt mich nichts, ein paar Stunden Aufenthalt am Bahnhof, dann ging es mit dem Zug über Seinäjoki nach Ähtäri. Oh, ich erinnere mich noch, wie aufgeregt ich war. Hatte in den letzten Wochen noch alles per Mail abgesprochen. Mit Selma, eine Bewohnerin Gaijas, sie würde mich vom Bahnhof abholen. Aber so ganz genau wusste ich eigentlich nicht, was auf mich in den nächsten Wochen zukommen würde.
One night on the bus, one night at the hostel in Tallinn, the next morning by ferry to Helsinki. I was back in Finland! Everything somehow familiar. So nice to hear the language again. But in the hustle and bustle of Helsinki kept me nothing. A couple of hours at the station, then I took the train via Seinäjoki to Ähtäri. Oh, I still remember how excited I was. Had agreed everything by e-mail in the last few weeks, with Selma, a resident of Gaija. She would pick me up from the train station. But yet I didn’t really know how the next few weeks would be.

Das erste, was mir in Gaija auffiel, war die Stille, oder besser: die Abwesenheit von Lärm. Auch die Abwesenheit von Stress und Zeitdruck. Ich habe das alles als sehr wohltuend wahrgenommen. Ich habe mich allgemein an diesem Ort sehr wohl und willkommen gefühlt. Konnte wirklich zur Ruhe kommen, bewusst meinen Tag gestalten, mich auf mich selbst besinnen und war gleichsam Teil des Ganzen, eingebunden in den Alltag auf Gaija. Es war angenehm nicht ständig zwischen unterschiedlichen Orten hin- und hergerissen zu sein, nicht ständig abgelenkt zu werden. Ich habe es als sehr beFRIEDigENd empfunden, meinen Teil zum Ganzen beitragen zu können und dort sinnvollen Tätigkeiten nachzugehen. Natürlich gab es auch Momente in denen nicht alles in Harmonie war und über die Zeit konnte ich mehr und mehr sehen, dass Gaija und die Menschen dort auch alle noch unterwegs sind, alles ist ein Prozess.
The first thing that struck me in Gaija, was the silence, or rather the absence of noise. The absence of stress and time pressure. All this I perceived as very beneficial. Generally I felt very comfortable and welcome there. I could really come to rest and consciously make my day. I could reflect on myself and still I was like part of the whole, integrated into everyday life on Gaija. It was pleasant to not be constantly torn between different places and to not be distracted all the time. I have found it very satisfying to be able to contribute my part to the whole, pursuing meaningful activities. Of course there were moments in which not everything was in harmony and over time I could see that Gaija and all the people there are also still on there way, everything is a process.

Gaija hatte zu dem Zeitpunkt, als ich dort war, etwa zehn Bewohner und alles in allem waren wir immer so 10-15 Leute dort. Ein großes Kommen und Gehen. Mir wurde erzählt, dass dort in der Sommerzeit mehr Menschen leben. Grundsätzlich gibt es ein großes Hauptgebäude mit Gemeinschaftsräumen (Küche, Wohnzimmer, Yoga-Zimmer, Sauna, …) und über das Gelände verteilt noch ein paar weitere Wohnhäuser, Stall (für Hühner und Schafe), eine Scheune sowie eine Außensauna direkt am See. Ansonsten ein Gewächshaus, verschiedene Felder, Beerenbüsche, Wald und Wiese, … Im Hauptgebäude befinden sich in der ersten Etage einige Zimmer, die für Gäste bestimmt sind. Ich durfte mir eines der freien Zimmer aussuchen. Mit Seeblick. 🙂
Gaija had at the time, when I was there, about ten residents and all in all we were always 10-15 people there. A lot comings and goings. I was told, that in the summer time, more people lived there. Basically there is a large main building with communal areas (kitchen, living room, yoga room, sauna, …) and spread throughout the site are a few more houses, stables (for chicken and sheep), a barn and an outdoor sauna at the lake. As well a greenhouse, different fields, berry bushes, woods and meadows, … In the main building on the first floor there are some rooms located, which are intended for guests. I could pick out one of them for me. With lake view. 🙂

Ich überlege gerade, was und wie viel ich hier auf diesem Blog überhaupt erzählen möchte. Ich denke ich werde eher die Bilder sprechen lassen. 🙂 Zweimal während der Zeit auf Gaija war ich mit ein paar Leuten Preiselbeerpflücken im Wald. Das hat mir total gut gefallen, auch weil es außerdem noch einige meiner geliebten MUSTIKOITA (Blaubeeren) zu finden gab. 😀 Die gesammelten Preiselbeeren wurden anschließend lediglich gesäubert, gestampft, in Gläser abgefüllt und dann einfach kühl gelagert (draußen), sie müssen nicht eingekocht werden!
I’m wondering, what and how much I actually want to tell here on this blog. I think I’ll also let the pictures speak. 🙂 Twice during my time on Gaija I was together with a few other people picking lingonberries in the forest. I enjoyed it much, also because I even found some of my beloved MUSTIKOITA (blueberries). 😀 The collected lingonberries were simply cleaned, mashed, filled in jars and then just kept refrigerated (outside), they don’t need to be boiled!

Ansonsten fielen auf dem Hof selbst viele unterschiedliche Ernte-Aufgaben an: Erbsen, Kartoffeln, Saubohnen, unreife Tomaten zum Nachreifen nach Drinnen holen, … Die Saubohnen (härkäpapuja) waren dabei eine besonders arbeitsintensive Angelegenheit: Weil es schon den ersten Nachtfrost gegeben hatte, mussten plötzlich in einer großen Hauruck-Aktion alle Saubohnenfelder abgeerntet werden. So haben wir uns an drei Tagen hintereinander intensiv nur mit diesen wunderschönen Bohnen beschäftigt. 😉 Tagsüber ernten und bei Einbruch der Dunkelheit wurde das Wohnzimmer zur Saubohnen-Enthülsungs-Station, denn die Bohnen mussten sofort nach der Ernte aus ihren Schalen geholt und zum Trocknen ausgelegt werden.
Otherwise there were on the farm itself many different harvesting tasks: peas, potatoes, broad beans, kale, beet root, unripe tomatoes to mature inside, … The broad beans (härkäpapuja) were a particularly labor-intensive matter: It had been the first night frost and in a sudden all the broad beans had to be harvested. So for three days in a row we were occupied with those wonderful beans. 😉 During the day we went to the fields to harvest and after nightfall the living room changed to a bean-peeling-station, because the beans had to be brought out of their peels immediately after the harvest, to be laid out  and to dry.

Das was wir so alles geerntet haben, landete natürlich auch auf dem Esstisch! Ich glaube ich habe noch nie in so kurzer Zeit so oft Kartoffeln gegessen. 😀 Auch Kohl, Pastinake, Bohnen, Erbsen, Kohlrabi und Rote Bete standen oft auf dem Speiseplan. Das würde ich mal eine sehr lokale, saisonale und ökologische Form der Ernährung nennen! 😉 Außerdem konnte man sich zu jedem Gericht etwas von den selbstgepflückten und gematschten Preiselbeeren dazu nehmen. Köstlich!!
And of all that we have harvested of course parts of it landed on the dining table! I think I’ve never eaten so many times potatoes in such a short time. 😀 Also cabbage, parsnips, beans, peas, kohlrabi and beet root were often on the menu. That I would call a very local, seasonal and ecological diet! 😉 And to every dish we could add some of the self-picked and mashed lingonberries. Delicious!!

vegan, regional & seasonal!
vegan, local & seasonal food! 🙂

Neben der Arbeit und dem Essen, hatte ich natürlich auch viel Zeit für andere Dinge: kleinere Ausflüge (mit Ruderboot) und Spaziergänge in die Umgebung, Yoga, Klavier spielen, Tagebuch schreiben, lesen, … auch sehr spannend, inspirierend und wertvoll waren die Begegnungen und der Austausch mit den anderen Menschen auf Gaija. 🙂 Das ergab sich zwischendurch, in der Sauna, während der Arbeit und auch beim täglichen 14-Uhr-Kreis (piiri), zu dem sich alle (die Lust und Zeit hatten) im Wohnzimmer trafen, um wichtige Sachen zu besprechen oder einfach um zu teilen, was einem gerade auf dem Herzen lag.
Besides working and eating, I had of course also a lot of time for other things: short trips (by rowing boat) and walks in the area, doing yoga, playing piano, writing diary, reading … and very exciting, inspiring and valuable were the encounters and exchanges with the other people at Gaija. 🙂 Whether in between, in the sauna, during work and also during the daily 2-o’clock-circle (piiri), to which everyone (who wanted) met in the living room to discuss important things or simply share what just lay on the heart.

So vergingen die Tage, einer nach dem anderen und schneller als gedacht war es schon wieder Zeit abzureisen. Aber es war ein geradezu perfekter letzter Abend auf Gaija: Sauna am See (typisch finnisch) und am Himmel darüber atemberaubende Nordlichter, gespiegelt auf der Wasseroberfläche.
So the days passed by, one after another, and sooner than expected it was again time to leave. But it was a quasi perfect last evening at Gaija: sauna by the lake (typical Finnish) and breathtaking northern lights in the sky, mirrored on the water surface.

Ich habe zwar keine Fotos von den Nordlichtern machen können, aber vom See habe ich viele Aufnahmen gemacht. Es ist erstaunlich, wie unterschiedlich die gleiche Aussicht sein kann, je nach Tageszeit und Wetter.
I could not take any pictures of the northern lights, but I’ve got a lot of pictures of the lake view. It’s astonishing how different the same view can be, depending on the time of day and weather.

OULU

Nach meiner Zeit auf Gaija bin ich erst noch etwas weiter in den Norden gereist, nach Oulu, um dort meine ehemalige Au-Pair-Familie zu besuchen. Es ist immer wieder schön, dorthin zurück zu kehren und spannend zu sehen, wie die Kinder immer älter werden. 😀 Außerdem konnte ich Ulli, eine Freundin aus Au-Pair-Zeiten, die jetzt als Austauschstudentin in Oulu ist, mal wieder sehen und wir haben einiges gemeinsam unternommen. Besonders genossen habe ich es, wieder mit dem Rad in Oulu unterwegs zu sein (die Stadt ist ein wahres Paradies für Fahrradfahrer*innen!) und habe mehrmals längere Touren unternommen, auch zum Strand „Nallikari“.
After my time at Gaija I traveled a bit further to the North to Oulu, to visit my former au pair family. It’s always nice to return there and exciting to see how the children are getting older. 😀 In addition I could meet Ulli again, a friend from my times as au pair, she is right now back in Oulu as exchange student. It was great to spend again time together in Finland! About the time in Oulu I especially enjoyed to do some trips by bike (the city is as paradise for cyclists!), for example to the beach „Nallikari“.

Nallikari (Oulu)
Nallikari (Oulu)

NIVA

In Niva vorbeizuschauen entschied ich recht kurzfristig. Die Fahrt von Oulu dorthin (über Joensuu) war etwas aufwändig, aber ich bin froh, dass ich es gemacht habe! Untergebracht war ich bei Päivi und Erkki – dankeschön!! 🙂 An einem Abend trafen wir uns zum Essen und geselligen Beisammensein mit den anderen Dorfbewohner*innen auf der Jagdhütte, wo auch damals das Workcamp stattgefunden hatte. Es war echt schön alle mal wieder zu sehen! 🙂 Am Tag darauf unternahmen wir einen kleinen Bootsausflug zu einer unbewohnten Insel, strichen einen alten Schuppen mit der traditionellen roten Farbe (enthält unter anderem Roggenmehl!) und der Abend fand einen typisch finnischen Ausklang mit Savusauna (Rauchsauna) am See. Am folgenden Vormittag ging es für mich dann wieder auf Reisen, zurück Richtung Süden, die gleichen Etappen wie auf der Hinfahrt.
Dropping by in Niva was a short notice decision. The train ride from Oulu (via Joensuu) took quite long, but I’m happy that I went! Päivi and Erkki hosted me in their house for the time in Niva – thank you!! 🙂 One evening we met with the other villagers to have dinner together at the hunting hut, where as well the workcamp took place. It was really nice to see everyone again! 🙂 The next day we took a short boat trip to an uninhabited island, later painted an old shed with the traditional red paint (contains among other rye flour!) and in the evening we had savusauna (smoke sauna) at the lake. The next morning was my departure back towards the South, the same way but reverse as on the outward journey.

Jetzt bin ich zwar schon seit einem Monat zurück in Deutschland, aber die Reise wirkt immer noch nach. So viele wichtige Erfahrungen und wertvolle Einblicke, die ich mitnehmen könnte. Es war eine wundervolle Zeit, für die ich sehr dankbar bin! 🙂
Now I am indeed already back in Germany for a month, but the trip continues to have an effect on me. So many important experiences and valuable insights that I took with me. It was a wonderful time for which I am very grateful! 🙂

Kiitos teille kaikille sydämestäni! ❤ Minulla oli ihanaa olla taas Suomessa. Odotan jo tulla takaisin. 😉

 

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utopival 2015

Hey, hallo, wie geht’s, wie steht’s? Schön, dich hier zu sehen!
Wollen wir gemeinsam einfach mal spazieren gehen?
Hast du Lust, dann treten wir gemeinsam in Aktion!
Komm‘ wir bauen uns eine Welt nach unserer Vision!

(Ein Lied, das wir allmorgendlich gemeinsam gesungen haben.)

💚

Vor einer Woche, also kurz vor der Anreise zum utopival, bin ich noch fast geplatzt vor lauter Vorfreude und jetzt ist schon alles wieder vorbei und ich bin seit ein paar Tagen zurück in meinem Alltag. Aber es ist nicht alles wie vorher. Die Begegnungen, der Austausch, das Leben auf dem utopival haben mich angestoßen, berührt, inspiriert, mir mal wieder gezeigt, dass eine andere Welt möglich ist, zum Greifen nahe und, dass jede und jeder einzelne einen Beitrag dazu leisten kann.

Ich möchte meine Erfahrung gerne teilen. Aber es passt gar nicht alles in einen einzigen Artikel, deswegen wird das hier nur ein Anfang sein. Hier möchte ich erstmal einen Überblick geben, anhand der vier Grundsätze  – geldfrei, vegan, ökologisch, solidarisch – auf denen alle Projekte von livingutopia, zu denen auch das utopvial gehört, basieren. Ich habe nur wenige Fotos gemacht mit denen ich diesen Artikel etwas bebildern werde. Aber da das utopival ausführlich filmisch dokumentiert wurde, gibt es demnächst noch an anderer Stelle ganz viel Material dazu.

GELDFREI. Zunächst scheint es unglaublich, dass so eine große Veranstaltung, ihre Planung und Durchführung, völlig ohne Geld auskommen kann. Aber gerade diese Komponente zeigt, dass ein anderes Miteinander und Wirtschaften möglich ist! In unserer Gesellschaft werden wir vom Überfluss geradezu erschlagen. Es ist möglich dieser Verschwendung Einhalt zu gebieten, Verantwortung zu übernehmen und vorhandene Ressourcen zu nutzen.
In einem Kurzvortrag am Donnerstagabend ist Tobi (von livingutopia), der seit mehreren Jahren geldfrei lebt, auf den Punkt der Geldfreiheit auch nochmal etwas näher eingegangen. Er hat betont, dass die geldfreie Organisation des utopivals (und anderer Projekte von livingutopia) auf Vertrauen basiert und eine andere Art der Wertschätzung fördert. Es geht darum, dass Mitmachräume für gesellschaftlichen Wandel entstehen, die gemeinsam gestaltet werden und in welche jede und jeder seine Talente einbringen kann.
Die ganzen Lebensmittel, die wir in den fünf Tagen verzehrt haben, kamen alle entweder aus Spenden oder waren vor (teilweise auch aus) der Tonne gerettet worden. Genauso war es mit all den anderen Materialen, die benötigt wurden (z.B. Paletten für die Kompostklos, Klopapier, Seife, Putzmittel und Spüli, Papier, Schreibzeug, …) und natürlich wurden weder Teilnehmerbeiträge erhoben, noch Vortragende mit Geld entlohnt. Erwähnenswert finde ich die wunderschönen Notizhefte von PapierPilz, die aus Altpapier hergestellt wurden und ein großer Dank gilt außerdem den Menschen vom FindHof, die dem utopival einen wundervollen Austragungsort zur Verfügung gestellt haben!

VEGAN. Da ich mich sowieso frei von tierischen Produkte ernähre, hat es sich für mich als ganz selbstverständlich angefühlt, dass wir auf dem utopival mit rein pflanzlichen Lebensmitteln versorgt wurden. Es war auch einfach angenehm, nicht ständig fragen zu müssen, was denn in dem Essen alles drin ist. 😀 Und dann haben wir außerdem noch so unglaublich gut gegessen! Es war sehr abwechslungsreich und stets köstlich! Besonders gefreut hat mich, dass jede Mahlzeit auch einen Rohkostanteil beinhaltete, ob frischer Obstsalat zum Frühstück oder bunter Wildkräuter-Gemüse-Salat zum Mittag-/Abendessen. Erstaunlich, was alles zusammen kommt, wenn nicht gezielt eingekauft wird, sondern die Verpflegung auf geretteten und gespendeten Lebensmitteln basiert! Wir hatten dosenweise „Dunstäpfel“, nahezu literweise Kokoswasser, kistenweise „Thai Koriander Frischcreme“, kiloweise Kübriskerne und palettenweise Fleisch- und Käseersatzprodukte, um nur ein paar der außergewöhnlicheren Sachen zu nennen. 😉

ÖKOLOGISCH. Im Einklang mit der Natur, vorhandene Ressourcen nutzen und erhalten, keinen Schaden anrichten. Das fällt mir hier spontan zum Thema „ökologisch“ ein. Dieser Grundsatz äußerte sich beispielsweise darin, dass wir gerettete Lebensmittel verspeist haben, dass wir statt zu duschen einfach in den Bach gesprungen sind und dass wir unsere wertvollen Exkremente in Kompostklos zurückgelassen haben. 😉 Außerdem gab es einen kleinen Permakultur-Acker auf dem Gelände des FindHofs zu bestaunen, den das utopival-Orgateam einige Monate zuvor angelegt hatte.

SOLIDARISCH. Direkt kurz nach der Ankunft wurden die ersten Menschenketten gebildet, um Gegenstände zu transportieren. Wenn irgendwo Hilfe benötigt wurde, haben sich schnell ein paar helfende Hände gefunden. Es wurde gemeinsam geschnippelt und gekocht. Und in vielen anderen Momenten konnten wir erleben, wie sich Gemeinschaft anfühlt. Jede und jeder war willkommen, einander auf Augenhöhe begegnen, offen und ohne zu urteilen, voller Liebe. So viele besondere Augenblicke. Gemeinsam innehalten einerseits und gemeinsam agieren andererseits.

Für heute soll es an dieser Stelle genug sein. Bald folgt mehr.
Alles Liebe. 🙂

Vorfreude aufs utopival

Ich weiß gar nicht genau, wie und wo ich anfangen soll. Eigentlich sagt die Überschrift ja schon alles. 🙂 Aber was ist denn überhaupt das utopvial? Es handelt sich um einen fünftägen Mitmachkongress – geldfrei, vegan, ökologisch, solidarisch – der vom 3.-7.8. auf dem FindHof bei Köln stattfinden wird. 100 Menschen kommen dort zusammen, tauschen sich aus, vernetzen sich, versuchen Antworten auf die Frage zu finden „Wie stellen wir uns eine zukunftsfähige Gesellschaft von morgen vor?“, planen Projekte und versuchen gemeinsam Träume Wirklichkeit werden zu lassen. Genau das Richtige für mich. 😉

Die 100 Plätze fürs utopival wurden verlost unter knapp 400 Anmeldungen. Und ich bin mit dabei! 🙂 Ich spüre, dass mir damit ein besonderes Geschenk zu teil wird. Deswegen möchte ich meine Erfahrungen und Erlebnisse, die ich dort machen werde, auch nicht für mich alleine behalten, sondern unter anderem auch diesen Blog nutzen, um davon zu berichten. Ich bin schon sehr gespannt und vorfreudig, besonders auf die Begegnungen mit den anderen Teilnehmer*innen, den Austausch, das gemeinsame Leben auf dem utopival, die Dinge, die dort entstehen werden und auf all das, was ich mir jetzt noch gar nicht vorstellen kann.

Im Alltag merke ich, dass es noch vieles gibt, was mich hemmt so zu leben, wie ich eigentlich leben möchte, tatsächlich die Veränderung zu sein, die ich in der Welt sehen möchte. Aber Schritt für Schritt komme ich dem Ganzen näher. 🙂

Das also als kleine Ankündigung, mehr dazu kommt dann in ein paar Wochen.

Alles Liebe! 💚

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